Fahrradträger am Reserverad

Fahrradträger am Reserverad

21. Mai 2022 Aus Von Kenny

Viele von Euch haben sich sicher schon einmal die Frage gestellt, wo man am besten ein Fahrrad in oder an seinem Geländewagen transportiert. Grundsätzlich gibt es da ja verschiedene Möglichkeiten.

Die gebräuchlichsten wären wohl:

  • auf einem Fahrradträger für die Anhängerkupplung
  • auf dem Dachgepäckträger
  • zerlegt im Fahrzeuginnenraum
  • oder in einem speziellen Fahrrdträger mit Montagevorrichtung am Heck-Reserverad

 

Die Träger für die Anhängerkupplung sind naturgemäß ziemlich praktisch, haben aber oft den Nachteil, dass einerseits dadurch natürlich die Anhängerkupplung belegt wird, so dass nicht gleichzeitig ein Anhänger gezogen werden kann und zudem erschweren Sie oft den Zugang zum Kofferraum. Darüber hinaus ist ein AHK-Träger wohl auch keine Lösung, die man mehr oder weniger dauerhaft durch die Gegend fährt. Ruft einen also die Frau oder die Kinder an und fragen ob man Sie mal eben abholen kann, weil das Fahrrad streikt, liegt er meist gut verstaut in der Garage…

Der Dachhgepäckträger ist eine weitere Option, allerdings gerade bei schweren Bikes (E-Bikes) nur sehr schwer zu erklimmen und bei Geländewagen aufgrund der Höhe natürlich besonders schwer zugänglich. Daher ist diese Variante eher selten genutzt.

Das Zerlegen des Bikes und der Transport im Innenraum ist ebenso für die meisten keine optimale Lösung. Erstens lassen sich quasi nur Sport-Fahrräder mal eben schnell zerlegen und zweitens muss dann natürlich auch der Innenraum frei sein.

Und dann gibts ja noch die Fahrradträger die bei Geländewagen mit einem am Heck montierten Reserverad am Heck montiert werden können…

 

Auf den ersten Blick erscheint diese Lösung natürlich erst einmal optimal!

Der Träger ist superklein und kann quasi permanent montiert bleiben. Man hat ihn immer dabei, wenn man ihn braucht. Er öffnet sich mit der Heckklappe und der Kofferraum ist problemlos zugänglich. Das Fahrrad befindet sich im Windschatten und der zusätzliche Kraftstoffverbrauch ist kaum merklich. Er macht keine Geräusche und er ist superleich erreichbar.

Klingt ja eigentlich perfekt, oder?

 

Wir haben hier mal einen Yakima Spare-Ride am New Defender montiert um das ganze mal zu testen:

Zuerst wird das Reserverad abmontiert und eine zusätzliche Halteplatte angebaut:

Yakima Spare Ride am New Defender Fahrradträger Reserverad

 

Die Halterung des Spareride kommt mit unterschiedlichen Adaptern, je nachdem wie breit der montierte Reifen ist:

 

Und so sieht die Halterung aus wenn Sie aufgesetzt ist. Danach wird einfach das Reserverad wieder montiert und man kann die Radhalterung aufstecken.

 

So sieht die Halterung im montierten Zustand aus, wenn der Radträger abgenommen ist. Dazu wird einfach eine abschließbare Schraube verwendet. der gesamte Radträger ist somit in wenigen Minuten zu entfernen.

 

In meinem Fall habe ich den Radträger mit einem E-Mountainbike getestet. Im Bild sieht man das ganze mal im montierten Zustand. Unter den Bilder beschreibe ich dann auch mal die Besonderheiten, die dabei dann aufgefallen sind.

 

 

Meine Eindrücke zum System und zur Montage mit meinem E-MTB

Das erste was auffällt, wenn man sein Mountainbike auf den Träger hängen will ist, dass der Abstand der beiden tragenden Rohre erstens relativ weit auseinander ist und zweitens, dass die beiden Tragrohre auf identischer Höhe sind. Für Rennräder oder für Fahrräder mit einem klassischen waagerechten Oberrohr funktioniert das somit vermutlich ganz hervorragend. Bei Mountainbikes, Kinderfahrrädern oder anderen Bikes die ein stark abgeschrägtes Oberrohr haben, wird das jedoch zum Problem.

Bei meinem Bike habe ich es gar nicht erst geschafft, beide Rohre durch das Dreieck im Rahmen zu bekommen, somit konnte ich das Oberrohr meines Fahrrades nur auf eines der beiden Rohre auflegen. An der linken Seite musste ich den Rahmen mit den beliegenden Ratschengurten auf Zug befestigen. Dies wiederrum macht mit den beiliegenden Gurten auf mich keinen zuverlässigen und robusten Eindruck. Folglich bin ich, wie man in den Bildern sehen kann, hingegangen und habe zusätzlich das Fahrrad mit einem Spanngurt befestigt.

Jetzt liegt das Rad an der rechten Seite mit dem Rahmen auf der Tragrohr des Trägers auf und „hängt“ an der linken Seite unter dem Tragrohr des Trägers und ist mit einem Spanngurt daran befestigt.

Optimal ist das aus meiner Sicht somit nicht. Besser wäre es, wenn es andere Halterungen gäbe, so dass auch Bikes mit abgeschrägten Oberrohren beidseitig auf dem tragenden Element aufliegen. Denn dann wird das eigentliche Gewicht von dem tragenden Rohr des Träger getragen und die Ratschengurte dienen lediglich zur Fixierung, müssen somit also nicht viel halten.

Umgekehrt wird die Last des Fahrrades von dem Ratschengurt bzw. in meinem Fall von dem Spanngurt getragen. Wenn dieser also reißt, naja, das wäre nicht cool. Andererseits haben solche Gurte eine erlaubte Belastung von vielen 100kg, je nach Breite und Material, die 25kg meines Fahrrades sollten somit in der Praxis für den Gurt ein Kinderspiel sein.

 

Fazit:

Bei leichten Fahrrädern mit einem waagerechten Oberrohr halte ich diese Lösung für nahezu perfekt. Die oben beschriebenen Vorteile kommen dann voll zum Tragen. Bei Fahrrädern mit einem stark abgeschrägten Oberrohr ist das System funktionsfähig und die Vorteile sind ebenfalls nach wie vor erhalten, jedoch muss man sich mit Gurten aushelfen, weil die Montage ansonsten nicht vernünftig funktioniert.

 

Ich lasse den Träger erst einmal montiert und probiere ihn in der Praxis weiter aus. Wenn sich meine Meinung ändert, berichte ich hier darüber.

 

Ansonsten viel Spass mit Euren Bikes und allzeit gute Fahrt.

 

Link zum Radträger im Shop.

 

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